Willkommen

auf der Homepage der Strategischen Studien. Wir bieten Ihnen:

  • Lehre und Forschung: Prof. Dr. Albert A. Stahel lehrt und forscht an der Universität Zürich im Fachgebiet Strategische Studien.
  • Weiterbildung: Das Institut bietet die Durchführung von Strategie-Seminaren für Führungskräfte aus Industrie und Wirtschaft an.

Diese Homepage richtet sich insbesondere an die Studierenden der Strategischen Studien (Politikwissenschaft) der Universität Zürich und die Kunden des Institutes für Strategische Studien.


Aktuell

Al-Kaida: Vom Widerstandskampf zur strategischen Leitstelle

Universität Zürich, Volkshochschule. 1. Juli 2010.

Hier finden Sie den Link zum Vortrag: Al-Kaida: Vom Widerstandskampf zur strategischen Leitstelle


Von Khorasan zu Afghanistan

Juli 08, 2010

Empfehlung von Prof. Dr. Albert A. Stahel:Ein wichtiges und lesenswertes Buch eines afghanischen Patrioten, das alle politisch Interessierten aufrütteln muss:Von Khorasan zu AfghanistanDas historische Umfeld Afghanistans über 2600 Jahrevon Prof. Dr. Habibo BrechnaCuvillier Verlag GöttingenInternationaler wissenschaftlicher FachverlagGöttingen 2010ISBN: 978-3-86955-263-7 Inhaltsverzeichnis Leseprobe[mehr]


Studienreise durch die Seidenstrasse

Juni 17, 2010

Vom 7. Mai bis 29. Mai 2010 führte Prof. Dr. Albert A. Stahel eine Studienreise durch die Seidenstrasse. Mit den Bilder von Prof. Dr. Albert A. Stahel und dem Reisetagebuch, verfasst von Frau Kathrin Raymann, können Sie sich vorstellen, wie schön es gewesen wäre, wenn Sie mit dabei gewesen wären! Reisetagebuch Bilder 1/2/3/4[mehr]


Im Gespräch

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"Der Krieg im Irak ist noch nicht zu Ende"

September 01, 2010

Energy Radio Downtown Livetalk vom 1. September 2010. Radiointerview mit dem Strategie-Experten Prof. Dr. Albert A. Stahel zur heutigen Rede von Präsident Barak Obama und der Verkündung, dass die Operation "Iraqi Freedom" beendet ist . ###NEWS_VIDEO_1###[mehr]


Strategie-Experte: Russland am ehesten eine Gefahr für die Schweiz

August 30, 2010

Das VBS hat am Wochenende Staub aufgewirbelt: Luftwaffen-Kommandant Markus Gygax hatte in der Sonntagspresse gefordert, dass sich die Schweizer Armee an Raketen-Abwehrsystemen beteiligt. Gygax befürchtet, dass die Schweiz mit Lenkwaffen erpressbar wird. Eine mögliche Gefahr sieht er bei den Taliban. Eine Einschätzung von Strategie-Experte Albert Stahel. Strategie-Experte Albert Stahel sieht momentan keine akute Bedrohung für die Schweiz. Einige Staaten hätten jedoch das Waffenarsenal und...[mehr]


"Für Luftpolizeiaufgaben benötigt die Schweizer Armee keine neuen Flugzeuge"

August 25, 2010

Prof. Dr. Albert A. Stahel nimmt Stellung zur Frage, ob ein Tiger-Teilersatz zum heutigen Zeitpunkt wirklich notwendig ist. Hier können Sie den Auschnitt aus der Rundschau vom 25. August 2010 mit Prof. Dr. Albert A. Stahel ansehen. ###NEWS_VIDEO_1### Den gesamten Beitrag finden Sie auf der Webseite der Schweizer Fernsehens: Download / Stream[mehr]


Warum die Söldner nach Basel ziehen

August 10, 2010 Von:Markus Prazeller und Christian Mensch

Das britische Militärunternehmen Aegis Defence Services hat Basel als Holding-Standort ausgesucht. Militärexperte Albert Stahel kennt den Hintergrund. BaZ: Herr Stahel, Tim Spicer hat für seine Privatarmee Basel als Holding-Sitz ausgesucht. Wer ist dieser Mann? Albert Stahel: Tim Spicer ist eine illustere Persönlichkeit in diesem Geschäft. Er gilt als Mitbegründer der bewaffneten Privatarmeen, den sogenannten Private Military Companies (PMC). Sein Engagement in der Schweiz wirft Fragen auf....[mehr]


Geopolitik und Klimawandel: die Arktis!

August 09, 2010 Von:Prof. Dr. Albert A. Stahel

In keiner anderen Region der nördlichen Hemisphäre verändert sich die Temperatur so schnell wie in der Arktis. Als Ergebnis dieser fortschreitenden Temperaturverschiebungen schmelzen die Gletscher und das Eis des Nordpolarmeeres und der dazu gehörenden Inseln, wie zum Beispiel von Grönland. Erwartet werden Erosionen der Küsten und das Ansteigen des Meeres. Seestrassen, die früher teilweise nur im Sommer schiffbar waren, wie die Nordostpassage und die Nordwestpassage, könnten in naher Zukunft...[mehr]


«... dann würde Nordkorea vernichtet»

Juli 27, 2010 Von:Vincenzo Capodici

Mit einem Seemanöver lassen die USA und Südkorea die Muskeln spielen, Nordkorea tobt. Was hat all dies zu bedeuten? Strategie-Experte Albert Stahel gibt Antworten. Interview im Tagesanzeiger vom 27. Juli 2010. Trotz Drohungen aus Pyongyang setzen die USA und Südkorea ihr gemeinsames Manöver im Japanischen Meer fort. Was ist der Sinn dieser Übung?Es geht um Abschreckung gegenüber Nordkorea und die Demonstration von Entschlossenheit der amerikanisch-südkoreanischen Allianz. Damit zeigen die USA...[mehr]


China und die geopolitische Bedeutung Zentralasiens

Juli 12, 2010 Von:Prof. Dr. Albert A. Stahel

Die wachsende Wirtschaft Chinas ist auf eine ungehinderte und ungefährdete Versorgung mit Erdöl und Erdgas angewiesen. Der grösste Teil dieses Erdöls und Erdgases stammt nach wie vor aus dem Persischen Golf und muss über die Strasse von Malakka nach China verschifft werden. Gerade diese Meeresenge gilt immer noch als piratenverseucht und stellt für die Versorgung von China ein Risiko dar. Aus diesem Grunde ist China seit Jahren bestrebt, eine sichere Erdöl- und Erdgasversorgung herzustellen....[mehr]


Kommando Libyen: Indiskretionen sind gefährlich

Juni 25, 2010

Die geplante militärischen Befreiung der Schweizer Geiseln sorgt für rote Köpfe. In der «Arena» stritten sich Politiker und Experten über Sinn und Unsinn einer solchen Kommando-Aktion. In einem Punkt indes herrschte Einigkeit: Die Indiskretion, welche die hochgeheimen Pläne an die Öffentlichkeit brachte, war fahrlässig. Albert A. Stahel, Strategie-Experte der Uni Zürich, bemängelte generell, dass die Parteien versuchten, sich mit Kritik an den Bundesräten zu profilieren. Damit untergrabe man...[mehr]


«Die Zahl der zivilen Opfer wird ansteigen»

Juni 25, 2010 Von:Jan Knüsel

Es werde sich nichts an der Afghanistan-Strategie ändern, sagt Obama. Für Militärexperte Albert Stahel unterscheidet sich General Petraeus jedoch grundsätzlich von seinem Vorgänger. Interview im Tages Anzeiger vom 25. Juni 2010.[mehr]


Weltmacht China

Mai 15, 2010 Von:Sebastian Buciak

ASSked – Nachgefragt ist eine Publikation der Außen- und Sicherheitspolitischen Studienkreise e.V. Experten und Zeitzeugen berichten aus ihren Fachbereichen und von ihren Erlebnissen. Das Interview-Magazin ASSked – Nachgefragt macht Außen- und Sicherheitspolitik menschlicher, greifbarer und direkter. Es wurde ein Interview mit Prof. Dr. Albert A. Stahel geführt. PDF[mehr]


Asymmetrische Konflikte im Spiegel der Zeit

Mai 15, 2010

Herausgeber ist Sebastian Buciak. Prof. Dr. Albert A. Stahel hat darin einen Beitrag geschrieben "Antoine-Henri Jomini und die Guerilla in Spanien". Hier kann das Inhaltsverzeichnis angeschaut werden.Zu diesem Buch: Nach den Anschlägen in New York City und Arlington (Virginia) wurde ein Feldzug gegen jene geführt, die sich üblicherweise keiner Schlacht stellen, die keine Front im klassischen Sinne kennen und im Verborgenen agieren. Sie sind wie Geister des Krieges – sie sind...[mehr]


Indien und Pakistan - Atommächte im Spannungsfeld regionaler und globaler Veränderungen. Beiträge zur Aussen- und Sicherheitspolitik Südasiens.

April 16, 2010

Herausgeber: Sebastian Buciak und Rüdiger von Dehn. Verlag Dr. Köster, Berlin. ISBN 978-3-89574-735-9Prof. Dr. Albert A. Stahel hat in diesem Buch einen Beitrag geschrieben mit dem Titel "Das Frontier Corps: Ein paramilitärischer Verband von Pakistan in den Tribal Areas". Seite 485. Hier kann das Inhaltsverzeichnis angeschaut werden.Das Buch ist im Verlag Dr. Köster, Berlin erschienen mit folgendem Abstract: Auf dem Feld der Außen- und Sicherheitspolitik, in der Wirtschaft und im...[mehr]


Der Zerfall von Russland durch einen neuen Krieg in Europa?

April 08, 2010 Von:Prof. Dr. Albert A. Stahel

Eine Rezension über das kürzlich erschienene Buch "The Next 100 Years. A Forecast for the 21st Century" von George Friedman, Gründer und Chef des privaten Nachrichtendienstes STRATFOR. Seit über zehn Jahren wird darüber spekuliert, ob die Auflösung der Sowjetunion durch den verstorbenen russischen Präsidenten Jelzin nicht bewusst im Auftrag der USA erfolgt ist und ob diese Machenschaften schliesslich nicht gar zum Zerfall von Russland selbst hätten führen müssen. Mit den Kriegen im...[mehr]


Kriegführung der Paschtunen und der Taliban im Vergleich

März 27, 2010

Vortrag von Herrn Prof. Dr. Albert A. Stahel vom 27. März 2010 gehalten an der Tagung 11 "Wer sind die Taliban? Afghanistan und Pakistan im Regionalkonflikt". Organisiert durch die Evangelische Kirche im Rheinland in Kooperation mit der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft Afghanistan und dem Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn. Programm einsehbar.[mehr]


«Die Soldaten werden noch lange bleiben»

März 27, 2010 Von:Christoph Reichmuth

Mehr als zehn Jahre nach dem Einmarsch der Nato sind in Kosovo immer noch 10000 ausländische Soldaten stationiert. Militärexperte Albert Stahel rechnet nicht mit einem baldigen Rückzug. Seine Bilanz des Einsatzes fällt vernichtend aus. Interview mit Prof. Dr. Albert A. Stahel im "Der Landbote" vom 27. März 2010. PDF[mehr]


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Links

Hinweis

Seit drei Jahren ist Prof. Dr. Albert A. Stahel als Dozent im Nachdiplomstudium Konfliktanalyse an der Universität Basel beteiligt. Gerne möchten wir Sie auf den nächsten interessanten Lehrgang 2010 aufmerksam machen.
Unter diesem Link können Sie sich darüber informieren.


Strategos: Kommentare der Woche

Die Neue Seidenstrasse und das Zeitalter der Organisierten Kriminalität

September 08, 2010 Von:Prof. Dr. Albert A. Stahel

Während Jahrhunderten wurde zwischen China und Europa quer durch Eurasien Handel auf dem Landweg betrieben. Als Folge von Klimaänderungen und Kriegen mussten immer wieder neue Handelswege erkundet werden. Der erste Eroberer, der aus Europa zu dieser Handelsstrasse vorstiess, war Alexander der Grosse. Bereits 200 Jahre später wurde zwischen China und dem Römische Reich ein intensiver Seidenhandel betrieben. Durch die Gründung des mongolischen Imperiums durch Dschingis Khan im 12. und 13. Jahrhundert wurde der transeurasische Handel sicherer. Leider bewirkte die Öffnung des Seeweges zwischen Europa und Asien einen allmählichen Niedergang der Seidenstrasse. Die Bezeichnung Seidenstrasse erhielt der Handelsweg erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit war der Handel zwischen Europa und China auf dem Landweg bereits bedeutungslos geworden. Die Grossmächte Russland, Grossbritannien und China hatten während des sogenannten Great Game Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts die Seidenstrasse unter sich aufgeteilt und damit den Handelsweg abgewürgt. Während Jahrhunderten wurde auf der Seidenstrasse nicht nur Handel betrieben sondern auch Ideen und Kulturen ausgetauscht. Dazu gehörte die Verbreitung von Religionen. Der Übergang des Buddhismus aus Indien über Zentralasien nach China wäre ohne die Kommunikation zwischen den Handelsleuten nicht möglich gewesen. Anders verhielt es sich mit dem Islam. Dessen Verbreitung nach Zentralasien war das Ergebnis der arabischen Eroberungen und der Vernichtung jener Religionen, wie den Buddhismus, die die Moslems als Götzendienst bezeichneten.Heute erlebt die Seidenstrasse wieder eine neue Bedeutung durch den kriminellen Handel mit Drogen. Aus dem Narkostaat Afghanistan werden Tonnen von Opium, Heroin und Cannabis nach Zentralasien, Russland, China, Pakistan und dem Iran über die Seidenstrasse verschoben. Von diesem Drogenhandel profitieren insbesondere die Banden der Organisierten Kriminalität in Afghanistan, Zentralasien, Russland, Pakistan und China aber auch die kriminellen Banden in der Türkei, in den arabischen Staaten, auf dem Balkan und in Italien. Zu den letzteren beiden gehören insbesondere die Cosa Nostra in Sizilien und die Organisierte Kriminalität des Kosovo. Von den Milliarden Dollars, die die afghanische Drogenproduktion generiert, profitiert aber in Kabul insbesondere die Familie Karzai, die die Führung der Organisierten Kriminalität in Afghanistan stellt. Die rund 200 bis 400 Milliarden Dollar, die der Drogenmarkt Afghanistan weltweit pro Jahr erbringt, werden in Dubai, Karachi und New Delhi gewaschen und fliessen dann ungehindert in die Finanzzentren Grossbritanniens und der USA. Am Ende wird vermutlich das „notleidende“ Finanzsystem zum gegenwärtigen Zeitpunkt durch diese kriminelle Finanzkette saniert. Die neue Seidenstrasse hat nichts mehr mit der alten Seidenstrasse gemein. Sie ist zu einer kriminellen Strasse geworden.Die Ereignisse in und um Afghanistan und damit die Kriminalisierung der neuen Seidenstrasse werden zusätzlich durch das New Great Game um Zentralasien während der letzten 20 Jahre verschärft. Der Zerfall der Sowjetunion hat 1991 zur Unabhängigkeit der zentralasiatischen Republiken geführt. Da diese Republik reiche Vorkommen an Erdöl und Erdgas aufweisen, ist zwischen den USA, Russland und China ein Machtkampf um die Kontrolle dieser Republiken mit ihren Vorkommen entbrannt. Dazu gehört insbesondere der Bau neuer Pipelines aus Zentralasien nach China und an den Indischen Ozean. Indirekt dürfte dieses New Great Game 2001 zum Krieg der USA gegen die Taliban und zum Einmarsch in Afghanistan geführt haben. Eine Zeitlang schien es, als ob die USA in diesem Grossen Spiel obsiegen würden. Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008 zeichnet sich aber ein zunehmender wirtschaftlicher und politischer Niedergang der Weltmacht ab. Dieser Niedergang wird durch den aussichtslosen Krieg in Afghanistan verschärft. In absehbarer Zeit dürfte dieser Niedergang mit einer dramatischen Reduktion der Militärausgaben der USA enden. Dies wird  eine Schwächung der militärischen Präsenz der USA in Eurasien bewirken und damit einen politischen Machtverlust der Weltmacht auslösen. In absehbarer Zeit muss mit einem militärischen Vakuum in Zentral-Eurasien gerechnet werden. Dieses Vakuum wird die aufstrebende Macht China aufgrund vieler wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Schwächen im eigenen Land nicht auffüllen können. Die nächsten Jahrzehnte in Eurasien werden deshalb weitgehend dem Interregnum Mitteleuropas Mitte des 13. Jahrhunderts gleichen. Dieses Vakuum werden die Banden der Organisierten Kriminalität für ihre Ziele ausnützen. Die Seidenstrasse und damit Eurasien werden in der Zukunft das Spielfeld der Kriminellen sein. (c) www.strategische-studien.com[mehr]


«Strategie der Amerikaner ist gescheitert»

Juli 27, 2010 Von:Hans-Peter Hoeren

Der Krieg in Afghanistan ist grausamer als bislang angenommen: Das zeigen geheime Militärakten. Die USA setzen die falschen Prioritäten, findet Experte Albert A. Stahel. Albert Stahel, über 90 000 geheime US-Militärakten über den Einsatz in Afghanistan sind im Internet publiziert worden. Erleben wir eine neue Art der öffentlichen Beeinflussung von Konflikten? Albert A. Stahel: Die Methode ist nicht neu, das hat es in ähnlicher Art und Weise auch während und nach dem Vietnamkrieg gegeben; nehmen Sie das Beispiel Watergate. Neu ist die Geschwindigkeit, mit der die Informationen über das Internet verteilt werden. Ich rechne damit, dass die Zahl solcher Aktionen künftig zunehmen wird. Was will die Internet-Plattform Wikileaks, auf der die Militärakten veröffentlicht wurden, erreichen? Stahel: Es geht primär darum, die politische Haltung in den kriegführenden Ländern zu beeinflussen. Es bringt die Bevölkerung zum Nachdenken, das Ganze erinnert stark an ähnliche Aktionen während des Vietnamkriegs. Es ist denkbar, dass Leute dahinterstecken, die US-Präsident Barack Obama direkt schaden wollen. Obama hat vor seiner Wahl gesagt, der Krieg in Afghanistan sei richtig. Er hat das Truppenkontingent erhöht. Das Schicksal seiner Administration ist eng mit dem Verlauf des Krieges in Afghanistan verbunden. Haben Sie gewusst, dass in Afghanistan eine US-Eliteeinheit eingesetzt wird, die gezielt Jagd auf die Taliban macht und für zahlreiche zivile Opfer verantwortlich ist? Stahel: Für Experten sind die Inhalte der Dokumente nicht neu. Erschreckend ist, dass diese Einsätze offenbar zur Tötung einer hohen Zahl unschuldiger Bürger geführt haben. Eliteeinheiten boomen in der US-Armee seit dem Golfkrieg von 1991. Sie werden meist aus der Luft durch Flugzeuge abgesichert. Man glaubt, dass man dadurch mehr Soldatenleben schonen könne als bei Infanterieeinsätzen. Und dafür nimmt man halt mehr zivile Opfer in Kauf. Stahel: Der abberufene Oberkommandierende General Stanley McChrystal hat eben aus dieser Einsicht heraus versucht, die Eliteeinheiten vermehrt durch Marineinfanteristen zu ersetzen. Doch dadurch sind die Verluste auf US-Seite offenbar grösser ausgefallen als bisher zugegeben. Das belegen teilweise auch einzelne von Wikileaks veröffentlichte Dokumente. Die Amerikaner sind mit dieser Strategie bisher genauso gescheitert in Afghanistan wie vor ihnen die Russen. Die US-Regierung hat ihrer Bevölkerung also die wahre Anzahl der in Kriegshandlungen getöteten Soldaten verschwiegen? Stahel: Genau, und das macht die Veröffentlichung der Dokumente brisant. Der innenpolitische Druck auf Obama wird steigen, weil seine Kriegsstrategie bisher keinen Erfolg bringt. Es ist denkbar, dass der jetzige Oberbefehlshaber, General David Petraeus, wieder verstärkt auf Eliteeinheiten setzen wird. Mit anderen Worten: Er riskiert damit wieder vermehrt zivile Opfer? Stahel: Ja, und zwar vor allem wegen der Feuerunterstützung der Eliteeinheiten durch Kampfflugzeuge. Inwieweit zeigen die Dokumente die wahre Lage in Afghanistan? Stahel: Sie geben ein gutes Bild für die Regionen, in denen die Amerikaner im Einsatz sind, aber nicht für den Rest des Landes. Überhaupt nicht vermittelt wird, dass Afghanistan, besonders der Süden des Landes, sich im Griff einer gut organisierten Kriminalität befinden. In den Drogenanbau und Drogenhandel ist auch die Familie des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai tief verwickelt. Diese organisierte Kriminalität ist viel schlimmer für das Land als die Taliban. Unter anderem scheint jetzt auch eindeutig klar, dass Pakistan eng mit den Taliban zusammenarbeitet. Inwieweit vergiften die heutigen Veröffentlichungen die ohnehin schon aufgeheizte Situation in der Region? Stahel: Die USA können nach diesen Veröffentlichungen nun offiziell den Pakistani nicht mehr trauen. Der Kongress wird sich weigern, weitere Gelder für Pakistan zu bewilligen. Pakistan war immer nur ein scheinbarer Partner. Die Geheimakten enthüllen auch, dass die Lage im Norden Afghanistans bedrohlicher ist als angenommen. Hier sind unter anderem deutsche Truppen stationiert. Hat die Regierung Merkel jetzt ein Glaubwürdigkeitsproblem? Stahel: Die Regierungen Merkel und Schröder haben ihre Bevölkerung belogen. Sie haben ihren Bürgern nicht die wahre Bedrohungslage aufgezeigt. Es gibt hier keinen guten respektive gerechten Krieg, das zeigt das Beispiel Kunduz. Was bedeutet das für den politischen Rückhalt der deutschen Afghanistan-Mission? Stahel: Der Druck aus der Bevölkerung wird zunehmen. Ich kann mir durchaus auch grössere Proteste in Deutschland vorstellen, damit die Regierung die Kontingente zurückzieht. Wie kann Afghanistan befriedet und stabilisiert werden? Stahel: Am Anfang dieses Prozesses müsste eine andere Regierung stehen, die nicht eng mit der organisierten Kriminalität verbunden ist. Ein Teil der jetzigen Regierungsmitglieder gehört hinter Schloss und Riegel. Afghanistan ist ein Drogenstaat, der der heimischen Mafia gehört. Diese mafiösen Parallelstrukturen verhindern den Aufbau eines normalen Staates und eines unabhängigen Rechtswesens. (c) www.strategische-studien.com[mehr]