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auf der Homepage des Institutes für strategischen Studien. Wir bieten Ihnen:

  • Lehre und Forschung: Prof. Dr. Albert A. Stahel lehrt und forscht an der Universität Zürich im Fachgebiet Strategische Studien.
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Diese Homepage richtet sich insbesondere an die Kunden des Institutes für Strategische Studien und an die Studierenden der Strategischen Studien (Politikwissenschaft) der Universität Zürich.

 

Aktuell


Die Mongolei, ein Erlebnis!

November 04, 2011

Reisedatum: Samstag 16. Juni 2012 bis Sonntag 1. Juli 2012  Liebe Reisefreunde, eine Reise in die Mongolei bietet die einmalige Gelegenheit noch einen Teil der weiten Steppen Asiens zu erleben, mit traumhaften Sonnenaufgängen und Sonnenuntergängen. Die Mongolen zeichnen sich heute noch durch eine grossartige Gastfreundschaft aus. Der Buddhismus tibetischer Prägung ist so etwas wie die Nationalreligion der Mongolei. Daneben lebt das Schamanentum weiter, das das tägliche Leben der Mongolen...[mehr]

Kategorie: Aktuell |

Im Gespräch

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Ethnologen im Krieg

Dezember 16, 2011 Von:Alexander Bühler

Im Oktober 2009 steht John Allison vor dem Eingang eines Ausbildungszentrums für ein Sonderprogramm der US-Army. Im Untergeschoss des  Einkaufszentrums „Quilter Quarters“ in Fort Leavenworth in Colorado soll der 72jährige Ethnologe über die nächsten Monate auf seine neue Aufgabe in der Aufstandsbekämpfung vorbereitet werden. An der dunkel verglasten Eingangstür hängen Verbotsschilder: Das Mitbringen privater Computer oder von Waffen ist verboten. Dort prangt auch in großen Lettern das...[mehr]


Hillary Clinton: America’s Pacific Century [1] - Eine Analyse

November 28, 2011 Von:Albert A. Stahel

Hillary Clinton nimmt im Kabinett von Obama den wichtigsten Ministerposten ein. Somit dürfte ihr Aufsatz „America’s Pacific Century“ vom November 2011 die Geopolitik und -strategie der USA unter Barack Obama für Asien und den Pazifik widerspiegeln. Wie in jeder Lagebeurteilung weist sie am Anfang des Aufsatzes auf die internationale Lage hin, mit der die USA zum gegenwärtigen Zeitpunkt konfrontiert sind. Die Weltmacht hat in den letzten zehn Jahren riesige Mengen an Ressourcen für die beiden...[mehr]


Die Militärmacht USA auf dem Abstieg?

Oktober 31, 2011 Von:Albert A. Stahel

2010 haben die USA für die Verteidigung 712,9 Milliarden Dollar ausgegeben. In diesem Betrag waren die Ausgaben für den Unterhalt der nuklearen Gefechtsköpfe, die beim Energieministerium anfallen und die Aufwendungen für das Department of Homeland Security nicht enthalten. Für 2011 haben die USA Verteidigungsausgaben in der Höhe von 738,7 Milliarden Dollar budgetiert. Diese Ausgaben tragen zum hohen Staatsdefizit der USA bei, das die Entwicklung der amerikanischen Volkswirtschaft behindert. An...[mehr]


«Ich glaube nicht, dass man ihn am Leben lässt»

Oktober 27, 2011 Von:Amir Ali

Interview im Tages-Anzeiger Online vom 27. Oktober 2011. Saif al-Islam ist der letzte Ghadhafi – und der stärkste, wie Albert Stahel erklärt. Der Strategieexperte über die Optionen, die dem einstigen Anwärter auf Ghadhafis Nachfolge bleiben. http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Ich-glaube-nicht-dass-man-ihn-am-Leben-laesst/story/10105075 [mehr]


«Es droht ein zweites Somalia»

Oktober 25, 2011 Von:Marina Zapf

Inverview in der FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND vom 24. Oktober 2011  FTD Libyen ist ein einziges Waffenarsenal. Wie dringend ist die Entwaffnung?ALBERT STAHEL Wenn die verschiedenen Milizen jetzt ihre Waffen nicht abgeben, gibt es keine Ruhe und keine Einheit. Es muss blitzschnell gehen. Wenn das nicht geschieht, entsteht entweder ein großer Waffenbasar, oder wir sind bald mit einem zweiten Somalia in Nordafrika konfrontiert. Wie kann das gehen?STAHEL Eine Möglichkeit ist die...[mehr]


Strategie, Strategizing und Leadership

Oktober 08, 2011

... Strategie, Strategizing und Leadership sind Begriffe, welche besonders in turbulenten Phasen und Umbruchzeiten gerne verwendet werden, wobei es sehr oft sowohl am konkreten Vorstellungsvermögen als auch an der Umsetzungskraft fehlt. In der politischen und unternehmerischen Praxis äussert sich dies immer wieder durch Entscheidungen, die sowohl in der Substanz als auch in der Form wenig brauchbar und schon gar nicht nachhaltig sind. ... ... ... Lesen Sie hier über das aktuelle Projekt weiter:...[mehr]


Burhanuddin Rabbani – ein Bewunderer der Schweiz ist tot

September 26, 2011 Von:Albert A. Stahel

Prof. Dr. Rabbani war von 1993 bis 2001 Präsident Afghanistans. In den siebziger und achtziger Jahren war er einer der sieben politischen Führer des afghanischen Widerstandes gegen die sowjetische Besetzung in Peshawar. Rabbani war Vorsteher der Widerstandspartei Jamiat-e Islami. Zu den bedeutendsten Kommandanten dieser Partei gehörten Ahmad Shah Massud, der Löwe des Panjshir-Tals, Ismael Khan von Herat und Mohammad Ata aus Mazar-e Sharif. Im Gegensatz zu den sechs Paschtunen-Parteien im...[mehr]


«Ein intelligenter Terrorist»

Juli 31, 2011 Von:Beat Kraushaar

Dieser Beitrag zum Manifest von Breivik erschien im Sonntagsblick vom 31.7.2011. Albert A. Stahel (68) ist Experte für Terrorismus, Militär- und Sicherheitspolitik. Für SonntagsBlick analysiert er das 1512-Seiten-Manifest des Massenmörders Anders Behring Breivik (32). 1. Zwei Faktoren muss man bei Breivik ernst nehmen. Erstens seine Ideologie, die nicht im Rechtsnationalismus, sondern im christlichen Fundamentalismus wurzelt. Sein Manifest nimmt viele Argumente der wiedergeborenen Christen...[mehr]


Drohneneinsätze und -beschaffungen durch die USA

Juli 18, 2011 Von:Albert A. Stahel

Seit 2004 setzen die CIA und die US Air Force zunehmend bewaffnete Drohnen der Typen Predator und Reaper gegen Führer der Al-Kaida, der afghanischen und pakistanischen Taliban, die sich insbesondere in den Stammesgebieten (tribal areas) Nord- und Süd-Waziristan Pakistans aufhalten, ein. Diese Drohnen werden an der afghanisch-pakistanischen Grenze von Angehörigen privater Sicherheitsfirmen bewaffnet, gestartet und durch Piloten und Operateure, die in den USA stationiert sind, zum Ziel gesteuert....[mehr]


«Bemannte Kampfjets sind in 20 Jahren Vergangenheit»

Juli 06, 2011 Von:Matthias Chapman

Billig und immer ausgeklügelter: Die Zukunft der militärischen Lufthoheit gehört der Drohne. Warum die Schweiz trotzdem neue Kampfjets kauft und wie eine Übergangslösung aussieht, erklärt Strategieexperte Albert Stahel. Herr Stahel, sechs europäische Staaten, darunter die Schweiz, arbeiten an einer Kampfdrohne, der sogenannten Neuron. Was hat die Schweiz davon?Was die Schweiz davon hat, ist noch nicht absehbar. Tatsache aber ist, dass bemannte Kampfjets bis in 20 Jahren der Vergangenheit...[mehr]


Der arabische Aufstand: In welche Zukunft führt er?

Juni 14, 2011 Von:Albert A. Stahel

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind in verschiedenen Staaten der arabischen Welt Aufstände ausgebrochen. In Anbetracht der unklaren Lage stellt sich die Frage nach der Zukunft dieser Staaten. Der Beginn zu dieser Entwicklung war der Aufstand in Tunesien. Trotz des Sturzes des Präsidenten Ali, der sich nach Saudi-Arabien abgesetzt hat, ist in diesem Land noch keine Ruhe eingekehrt. Immer wieder finden Demonstrationen statt – und die versprochene Demokratie ist nicht in Sichtweite. Der nächste...[mehr]


«Komisch, dass man ihn erst jetzt tötete»

Mai 09, 2011 Von:Dominik Buholzer

Dieses Interview erschien in der neuen Luzerner Zeitung vom 9.5.2011. EL KAIDA Bundesrat Ueli Maurer kritisiert die Tötung von Bin Laden. Nicht ganz zu Unrecht, findet Strategieexperte Albert A. Stahel. Albert Stahel, Verteidigungsminister Ueli Maurer hat in Sonntagszeitungen darauf hingewiesen, dass die Rekrutierung von Dschihadisten in der Schweiz zugenommen hat. Wie ernst ist die Lage?Albert A. Stahel: Das ist sehr schwierig zu sagen. Man muss dies sicherlich sehr ernst nehmen. Es besteht...[mehr]


Private Söldnertruppen in der Schweiz

April 18, 2011

Ausschnitt aus «le journal» vom TSR am 18. April 2011. Le grand format: enquête sur le marché des entreprises militaires privées installées... ___________________________________________________________________ Link zum Video[mehr]


International Security and War. Politics and Grand Strategy in the 21st Century

April 17, 2011

Prof. Dr. Albert A. Stahel hat im oben genannten Buch einen Artikel mit folgendem Titel verfasst: THE EVOLUTION OF STRATEGIC THOUGHT SINCE THE 19TH CENTURY: THE GERMAN MOLTKE-SCHLIEFFEN-LUDENDORFF-TRIAD VS. BRITISH LIDDELL HART Thesen und Schriften der strategischen Denker reichen von der Antike bis heute. Diese reichhaltige Literatur ist immer noch der Gradmesser, wie im vorliegenden Werk durch verschiedene Autoren nachgewiesen wird, für die heutige und zukünftige Strategie und Kriegführung...[mehr]

Kategorie: Buchbesprechung |

März 19, 2011

Interview von Albert A. Stahel mit Radio 1 vom 19. März 2011. Der Militär-Experte Prof. Dr. Albert A. Stahel zur Umsetzung der Flugverbotszone in Lybien nach den ersten Luftangriffen. ___________________________________________________________________ ###NEWS_VIDEO_1###[mehr]


«Alle Despoten stützen sich auf Söldner»

Februar 25, 2011 Von:Robert Knobel

Dieses Interview erschien in der neuen Luzerner Zeitung vom 25.2.2011. Ghadhafi holt afrikanische Söldner, die für ihn das blutige Handwerk verrichten. Albert A. Stahel glaubt, dass Söldnerfirmen oder ganze Staaten dahinterstecken. Albert A. Stahel, Muammar el Ghadhafi hat offenbar Tausende afrikanische Söldner ins Land geholt, welche gegen die Demonstranten vorgehen sollen. Was sind das für Leute?Albert A. Stahel: Die Söldner dürften vor allem aus Tschad und Niger, eventuell auch aus...[mehr]


Die Schweiz in der Staatenwelt von heute

Februar 17, 2011

Ulrich Schlüer im Gespräch mit Prof. Dr. Albert A. Stahel für das Magazin Schweizerzeit. Erstausstrahlung vom 18. Februar 2011. ___________________________________________________________________ ###NEWS_VIDEO_1###[mehr]


«Das Volk spielt jetzt eine untergeordnete Rolle»

Februar 11, 2011 Von:Michael Wenzel

Dieses Interview erschien im Tagesanzeiger vom 11.2.2011. Die Welt erwartete in Ägypten einen Militärputsch, doch nun stellen sich die Generäle hinter Mubaraks Übergangsregierung. Eigentlich mache dies keinen grossen Unterschied, sagt Militärexperte Albert A. Stahel. Herr Stahel, Gerüchte, dass die Armee die Macht in Ägypten übernommen hat, erwiesen sich als falsch. Was bedeutet das für das Land? Die Armee hat Mubaraks Regime zwar erhalten, hält nun aber die Zügel in der Hand....[mehr]


«Jetzt zittert Israel»

Februar 11, 2011 Von:Philipp Albrecht

Dieses Interview erschien im Tagesanzeiger vom 11.2.2011. Nach dem Rücktritt Mubaraks vergleicht Militärexperte Albert A. Stahel die Situation in Ägypten mit der Revolution im Iran. Die Zukunft des Landes liege nun in den Händen der Generäle. Haben Sie schon einmal etwas Vergleichbares erlebt wie jetzt in Ägypten? In dieser Art schon. Ich denke dabei an die Revolution in Iran 1979, als der Schah gestürzt wurde und die Ajatollas die Macht übernahmen. Der grosse Unterschied ist aber, dass...[mehr]


Ägyptens Armee als Zünglein an der Waage

Februar 09, 2011 Von:Jean-Michel Berthoud

Dieses Interview wurde am 9.2.2011 für swissinfo.ch geführt. In Ägypten wird weiter für den sofortigen Rücktritt Präsident Mubaraks demonstriert. Die Lage hat sich zwar beruhigt, ist aber immer noch angespannt. Die Armee schaut immer noch zu. Wer sind diese Streitkräfte? Ein Gespräch mit einem Experten. Die ägyptische Armee hatte zu Beginn der Massendemonstrationen gegen das Mubarak-Regime versprochen, nicht auf das Volk zu schiessen. Später dann ermahnten die Streitkräfte die...[mehr]


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Hinweis

Seit drei Jahren ist Prof. Dr. Albert A. Stahel als Dozent im Nachdiplomstudium Konfliktanalyse an der Universität Basel beteiligt. Gerne möchten wir Sie auf den nächsten interessanten Lehrgang 2012 aufmerksam machen.
Unter diesem Link und Flyer können Sie sich darüber informieren.

 

Strategos: Kommentare der Woche

Obamas Kriege: eine neue Art der Kriegführung?

Dezember 14, 2011 Von:Albert A. Stahel

In der International Herald Tribune vom 29. November 2011 analysiert Roger Cohen die Vor- und Nachteile der Kriegführung von Obama und bezeichnet diese als eine neue Art der Strategie und Kriegführung der USA:[1] „On U.S. strategic policy, Obama has gone covert – and made the right call. So why I am uneasy?“ Im Gegensatz zur Bush-Administration würde die Kriegführung von Obama offenbar primär auf den Einsatz von Spezialeinheiten beruhen. In zunehmendem Masse würden diese Einheiten als verlängerter Arm der amerikanischen Aussenpolitik wirken und die Gegner der USA, wo immer sie sich befänden, töten. Cohen bezeichnete diese Art der Kriegführung in Anlehnung an die israelische Regierungspartei Likud als „Likudization“.  Die Tötung von Gegnern der USA durch kleine Detachemente von Spezialeinheiten seien sehr effiziente Mittel der US-Aussenpolitik: „Foreign policy has been Obama’s strongest suit. He deserves great credit for killing Obama bin Laden, …, dealing repeated blows to Al Quaeda and restoring America’s battered image.“ Aber die doctrine of silence könnte in der Zukunft scheitern und damit, wie die fallierte Wirtschaftspolitik, bei den Amerikanern ungute Gefühle hinterlassen: „it betrays a presidential reticence, coolness and aloofness that leave Americans uncomfortable.“ Wie funktioniert diese „neue“ Kriegführung? 12 bis 48 Angehörige amerikanischer Spezialeinheiten (Rangers, Green Berets, SEALs, DELTA) operieren zunehmend in der Nacht[2] in feindlichen Gebieten. In Afghanistan werden sie in diesen Operationen durch Soldaten der afghanischen Armee ANA (Afghan National Army) unterstützt. Während die Amerikaner dabei mit einem Arsenal von Scharfschützengewehren (Kaliber 12.7 mm), schweren Maschinengewehren (12.7 mm), Sturmgewehren M16A2 (5.56 mm) mit Granatwerfern (40 mm), Panzerabwehrwaffen Carl Gustav (84 mm), Minenwerfer (60 mm) und Geländefahrzeugen GMV ausgerüstet sind, haben die Afghanen nur Sturmgewehre Kalaschnikow AK-47 (7.62 mm), Maschinengewehre PKM (7.62 mm), Panzerabwehrwaffen RPG-7[3] und als Fahrzeuge Ford Ranger Pickups. Während die amerikanischen Elitesoldaten über Nachsichtgeräte verfügen, ist dies bei den afghanischen Soldaten nicht der Fall. Da diese kombinierte Einheiten ihren Gegnern – so insbesondere den Taliban – in den Gefechten zahlenmässig immer unterlegen sind, sind sie auf Gefechtsfeldunterstützung (CAS, close air support) durch Kampfflugzeuge und -helikopter angewiesen. Für diese CAS-Einsätze hat jede Einheit einen Fliegerleitoffizier (JTAC, joint tactical aircraft controller).   Zum Einsatz gelangen schwere Bomber B-1B, Kampfflugzeuge F/A-18E/F, F-15E und F-16. Gefragt sind aber insbesondere Kampfhelikopter AH-64A Apache, Kampfflugzeuge A-10C Thunderbolt II und Gunships AC-130H Spectre (umgebaute Transportflugzeuge des Typ C-130 Hercules). Für die direkte Unterstützung sind die Kampfhelikopter mit Kanonen (30 mm) und ungelenkten Lenkwaffen ausgerüstet. Die A-10A verfügen über ihre riesigen Revolverkanonen (30 mm) und die AC-130H haben als schwere Waffen 105mm-Haubitzen und 40mm-Maschinenkanonen. Aufgrund der verheerenden Wirkung werden die AC-130H von den Taliban als „Todesvögel“ bezeichnet. Ausgerüstet mit mehreren GPS-gelenkten 906 kg-Bomben ist auch das Potential der B-1B vernichtend. Gleichzeitig wird ein Gefechtsfeld durch unbemannte Aufklärungsdrohnen des Typ Predator überwacht, so dass das rückwärtige Kommando einer Spezialeinheit jederzeit zusätzliche Unterstützung leisten kann. Für den Abtransport der Verwundeten werden Chinook-Transporthelikopter beordert. Sehr detailliert wird der Einsatz eines britischen JTAC in Afghanistan im Buch „Fire Strike 7/9“ beschrieben.[4] Während sechs Monaten diente Sergeant Grahame[5] der B Company, 2 MERCIAN Battle Group in der Provinz Helmand als JTAC. Das Fire Support Team (FST) von Sergeant Grahame setzte für die CAS-Einsätze verschiedene Kampfflugzeuge und Kampfhelikopter (B-1B, F-15, F-16, F-18, A-10, Mirage, Harrier, Apache) ein – sogar eine bewaffnete Predator-Drohne leistete Unterstützung. Wie setzen  amerikanische Spezialeinheiten ihre afghanischen Verbündeten ein? Informationen dazu sind in einem Bericht über die Eroberung der Taliban-Festung Sperwan Ghar (Bezirk Panjwayi, Provinz Kandahar) während der Operation Medusa vom August bis September 2006 ersichtlich. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistete das Operational Detachment Alpha (ODA, Green Berets) 331 der U.S. Army Special Forces Task Force 31 (TF 31).[6] Aus anderen Berichten ist bekannt, dass der kommandierende Offizier eines solchen Detachments fähig sein muss, mit den paschtunischen Soldaten in Paschto kommunizieren zu können. Im Rahmen der Vorbereitungen zum Gefecht konditionierte der amerikanische Captain seine afghanischen Mitkämpfer (Hilfstruppen) mit Hilfe des Stammesrechtes der Paschtunen, dem Paschtunwali. Er erinnerte seine Afghanen dabei an die wichtigsten Regeln des Paschtunwali. Im bevorstehenden Kampf sollte die Blutrache (badal) gegen die Taliban befolgt werden. Auch die Ehre (nang), die Hochachtung der paschtunischen Kultur (dod-pasbani) und der Eid auf diese (tokhm-pasbani) sollten beachtet werden. Mit folgenden Sätzen heizte der Offizier den Kampfwillen seiner Paschtunen regelrecht an:[7] „Will your people remember your names? Do you want to live under the heel of Taliban rule again? You are the Lions of Kandahar! You are the protectors of southern Afghanistan! We have fought and bled with you many years. Will you not fight with me now? No country has ever helped Afghanistan like America. Did we not help you to defeat the Russians?“ Die Anwerbung von Hilfstruppen unter Eingeborenen ist übrigens nicht neu. Schon die Kolonialmächte Grossbritannien und Frankreich warben in ihren Kriegen in Nordamerika indianische Hilfstruppen an und setzten sie skrupellos ein. Nach einem Sieg oder einer Niederlage vergass man deren Dienste und lieferte sie ohne irgendwelche Gewissenbisse der Rache ihrer Feinde aus. Andere Beispiele waren der Einsatz von Hilfstruppen in den Vietnamkriegen der Franzosen und der Amerikaner. Die Hilfstruppen wurden nach diesen Kriegen einfach vergessen, als ob sie nie existiert hätten und dem Massaker der Sieger ausgeliefert. Ist die Kriegführung von Obama neu? Genau gleich wie der Einsatz von Hilfstruppen hat auch diese Kriegführung eine Vorgeschichte. Der erste grosse Einsatz einer Spezialeinheit, unterstützt durch afghanische Hilfstruppen, war die Operation gegen die „Festung“ von bin Laden bei Tora Bora durch eine DELTA-Einheit im Dezember 2001. Sehr eindrücklich hat der damalige Kommandant dieser Einheit auch den massiven Einsatz von Bombern B-52, Kampfflugzeugen und Gunships AC-130 Spectre gegen die Festung in seiner Schrift „Kill bin Laden“ beschrieben.[8]   Die nächste Operation der Amerikaner in Afghanistan mit Hilfstruppen war ANACONDA im März 2002 gegen Kampftruppen von Al-Kaida und der Taliban im Tal von Shahi Khot (Provinz Khowst). Die Operation scheiterte an der ungenügenden Kommunikation zwischen den regulären Einheiten der 101st Airborne Division und der 10th Mountain Division mit dem Team der Special Forces. Die gegnerischen Kommandanten konnten sich der Umfassungen entziehen und nach Pakistan absetzen.[9] Von da an beschlossen die Teams der Special Forces, vorderhand nicht mehr mit konventionellen Einheiten zusammenzuwirken. Die Kriegführung von Obama ist deshalb nicht neu. Unter Obama ist sie verfeinert und weiter entwickelt worden. Im Gegensatz zu Bush jr. setzt Obama diese Kriegführung jedoch mit Priorität gegen die Taliban in Afghanistan und in Pakistan ein. Nicht von ungefähr sind die Protagonisten dieser Kriegführung in der Obama-Administration der heutige CIA-Direktor und frühere General David Petraeus, der dazu seine Erfahrungen im Krieg gegen die Aufständischen im Irak und in Afghanistan gesammelt hat. Auch der gegenwärtige Verteidigungsminister Panetta hat während seiner Zeit als CIA-Direktor immer wieder verdeckte Operationen mit Spezialeinheiten durchführen lassen. Sehr eindrücklich wird die Entwicklung dieser Kriegführung in der Schrift America’s Secret War von George Friedman[10] beschrieben. Aufgrund dieser Entwicklung und Verfeinerung ist es denkbar, dass Obama diese Kriegführung nun gegen alle Feinde der USA einsetzen wird. [1] Cohen, Roger. Doctrine of silence. IHT, November 29, 2011, p. 8. [2] Nordland, Rod. Afghans seek to end night raids. IHT, December 5, 2011, p.6. [3] Kalaschnikow AK-47, PKM und RPG-7 sind Waffensysteme russischer Herkunft. [4] Grahame, Sergeant Paul ‚Bommer’, and Damien Lewis. Fire Strike 7/9. Ebury Press, Random House, London, 2011. [5] im Gegensatz zu den US-Streitkräften haben in den britischen Streitkräften JTAC vielfach nur den Grad eines Noncommissioned Officer und damit eines Unteroffiziers. [6] Bradley, Major Rusty, and Levin Maurer. Lions of Kandahar. The Story of a Fight Against All Odds. Bantams Books, The Random House, Inc. New York, 2011. [7] Bradley. p. 54. [8] Fury, Dalton (ein Pseudonym). Kill Bin Laden. A DELTA Force Commander’s Account of the Hunt for the World’s Most Wanted Man. St. Martin’s Griffin, New York, 2008. [9] Bradley. p.52. [10] Friedman, George. America’s Secret War. Inside the Worldwide Struggle between the United States and its Enemies. ABACUS, London, 2007. (c) www.strategische-studien.com[mehr]

Kategorie: Kommentar der Woche |

Raketenabwehr der USA in Europa und Drohungen durch Russland

November 28, 2011 Von:Albert A. Stahel

Am 23. November hat der Präsident der Russischen Föderation, Dmitri A. Medwedew, der Weltöffentlichkeit mitgeteilt, dass Russland, sollten die USA ein Abwehrsystem gegen ballistische Boden-Boden-Lenkwaffen in Ostmitteleuropa aufstellen, sich vom Vertrag über die Abrüstung der nuklearstrategischen Waffen New START zurückziehen würde. Gemäss der Obama-Administration wollen die USA vorderhand 24 Werfer für Boden-Luft-Lenkwaffen SM-3 in Rumänien stationieren und eine dazugehörige Radarstellung in der Türkei errichten. Das System soll in Zukunft einen möglichen Angriff mit ballistischen Lenkwaffen auf Europa durch den Iran abwehren können. Gleichzeitig sollen, so Medwedew, die russischen Streitkräfte Systeme zur Überwindung eines solchen Raketenabwehrsystems entwickeln:[1] „I have set the task to the armed forces to develop measures for disabling missile-defense data and control systems.” Medwedew drohte, auch die ballistischen Boden-Boden-Lenkwaffen des strategischen Bereichs mit neuen Gefechtsköpfen auszurüsten und Boden-Boden-Lenkwaffen taktischer Reichweite in der russischen Enklave Kaliningrad zu verlegen. Vermutlich dürfte es sich dabei um die hochmoderne Lenkwaffe des Typ Iskander (NATO-Bezeichnung SS-26 Stone) handeln, die seit 2006 einsatzbereit ist und je nach Typ eine Reichweite von bis 400 Kilometern aufweist.[2] Diese Lenkwaffe kann mit einem konventionellen Gefechtskopf oder mit Kanistermunitionen (vermutlich auch mit einem nuklearen Gefechtskopf) ausgerüstet werden. Mit 400 Kilometern könnten die Russen von Kaliningrad aus alle baltischen Staaten, fast ganz Polen und auch Belarus, abdecken. Sollte die Reichweite dieser Lenkwaffe gar 500 Kilometer betragen, dann könnten auch Tschechien und Teile von Deutschland im Zielbereich sein. Mit der Einsatzreichweite von 400 Kilometern wäre es für Moskau möglich, im Falle eines Konfliktes, Polen zu politischen Konzessionen zu nötigen. In einem gewissen Sinne erinnert die Drohung von Medwedew an die Stationierung  ballistischer Boden-Boden-Lenkwaffen SS-23 SPIDER (Reichweite 500 km) in der DDR, Tschechoslowakei und in Bulgarien durch die Sowjetunion im Jahre 1983. Seit der Unterzeichnung des Abrüstungsvertrages INF (Intermediate-Range Nuclear Forces Treaty)[3] über die Zerstörung der in Europa stationierten Lenkwaffen des Mittelstreckenbereichs  (500-5'500 Kilometer) durch Reagan und Gorbatschow 1987 – und erst recht seit dem Zerfall der UdSSR 1991 - war die Bedrohung von Europa durch ballistische Boden-Boden-Lenkwaffen mit nuklearen Gefechtsköpfen durch Russland kein Thema mehr. Erlebt Europa heute eine Neuauflage der damaligen Stationierung dieser Waffenkategorie? Eine Analyse der heutigen Weltlage weist auf eine andere Entwicklung hin. Die machtpolitische Durchsetzungsfähigkeit der Weltmacht USA wird aufgrund ihrer Wirtschaftslage zunehmend schwächer. Diese geostrategische Lage, auch die Folge der Verzettelung der USA in den Kriegen Irak und Afghanistan, wird durch Regionalmächte ausgenützt. Zu diesen gehört insbesondere das unter Putin wieder erstarkte Russland. Die russische Nomenklatura setzt alles daran, die Stellung der USA in Europa noch mehr zu schwächen. Sollte Obama der Drohung von Medwedew nachgeben und von der Stationierung des amerikanischen Raketenabwehrsystems in Ostmitteleuropa absehen, dann hätte die politische Glaubwürdigkeit der USA in Europa einen Nullpunkt erreicht. Eine solche Situation strebt Putin an. Sollten sich die USA gar aus Europa zurückziehen, dann könnte Moskau die ehemaligen Satelliten Ostmitteleuropas wieder unter dem Machtbereich Russland zwingen. Teilweise bedingt durch die Finanzkrise, aber auch durch die Passivität Deutschlands gegenüber den russischen Absichten verstärkt, stehen die NATO und die EU den russischen Absichten fast machtlos gegenüber. Was bedeutet dies für die Schweiz? Die Äusserungen der Machthaber Russlands und die erneute Bedrohung durch ballistische Boden-Boden-Lenkwaffen sind ernst zu nehmen. Angesichts einer solchen Entwicklung ist die Beschaffung von Kampfflugzeugen unsinnig. Statt Kampflugzeuge zu erwerben, sollte die Schweiz die Beschaffung eines Systems für die Abwehr ballistischer Boden-Boden-Lenkwaffen kurzer Reichweite prüfen. Ein solches System ist die amerikanische MIM-104 Patriot PAC-3.[4] Mit einer Einsatzreichweite von 15 bis 45 Kilometern gegen ballistische Ziele und einer Geschwindigkeit von Mach 5.0 ist das System PAC-3 bereits heute in verschiedenen Staaten für die Raketenabwehr einsatzbereit. So verfügt Israel über sechs Batterien MIM-104 Patriot. Auch wenn der ursprüngliche Preis von 170 Millionen Dollar pro Einheit nicht mehr zutrifft, dürfte die Beschaffung von Patriot PAC-3-Einheiten auch für einen Kleinstaat kein  Hindernis sein. Sollte sich unsere Regierung anstelle von Kampfflugzeugen für ein Raketenabwehrsystem entscheiden, so wäre selbstverständlich aus Neutralitätsgründen auch die Beschaffung des russischen Systems S-400, das auch für die Abwehr von ballistischen Boden-Boden-Lenkwaffen des Kurzstreckenbereichs entwickelt worden ist, zu prüfen. [1] David M. Herszenhorn, Medvedev warns U.S. over missile defense plan. International Herald Tribune, November 24, 2011, p.4. [2] 9K720 Iskander, http://www.globalsecurity.org/wmd/world/russia/ss-26.htm. 26.11.2011. [3] Intermediate-Range Nuclear Forces (INF), http://www.fas.org/nuke/control/inf/index.html. 25.11.2011. [4] MIM-104 Patriot, http://en.wikipedia.org/wiki/MIM-104_Patriot. 20.11.2011. (c) www.strategische-studien.com[mehr]

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