Willkommen

auf der Homepage der Strategischen Studien. Wir bieten Ihnen:

  • Lehre und Forschung: Prof. Dr. Albert A. Stahel lehrt und forscht an der Universität Zürich im Fachgebiet Strategische Studien.
  • Weiterbildung: Das Institut bietet die Durchführung von Strategie-Seminaren für Führungskräfte aus Industrie und Wirtschaft an.

Diese Homepage richtet sich insbesondere an die Studierenden der Strategischen Studien (Politikwissenschaft) der Universität Zürich und die Kunden des Institutes für Strategische Studien.


Aktuell

Studienreise der "östlichen Seidenstrasse"

Studienreise mit Prof. Dr. Albert A. Stahel vom 7. bis 29. Mai 2010.


Sie sind herzlich eingeladen! Das Reiseprogramm finden Sie hier.

Die Informationsveranstaltung findet am 9. Februar 2010 von 18.30 bis 19.30 Uhr an der Universität Zürich im Hörsaal KO2-F-172  statt. Zu dieser Informationsveranstaltung sind alle Interessenten/Interessentinnen eingeladen. Hier finden Sie die Hörsaalorientierung.


Bekunden Sie Ihr Interesse so bald wie möglich unter:
Strategische-Studien: claudine.nick(ät)strategische-studien.com oder
Reisebüro Claude Mutz: mutz(ät)rotstab.ch




Die organisierte Kriminalität - eine Bedrohung für den Finanzplatz Schweiz?

Januar 20, 2010

Aktueller Literaturhinweis! Wir empfehlen Ihnen das Buch "Die organisierte Kriminalität - eine Bedrohung für den Finanzplatz Schweiz?" von Frau Stephanie Oesch. Frau Oesch hat an der Universität Zürich Politikwissenschaft, Geschichte der Neuzeit und Allgemeines Staatsrecht studiert. Das vorliegende Buch ist ihre Dissertation, welche sie bei Prof. Dr. Albert A. Stahel geschrieben hat. Zum Inhalt:Organisierte Kriminalität in der Schweiz – Gerücht oder Realität?In den Köpfen vieler Menschen existiert in der Schweiz keine organisierte Kriminalität. Die Fakten sprechen jedoch eine andere Sprache: Die organisierte Kriminalität ist in den letzten Jahren zu einer ernstzunehmenden Herausforderung für sämtliche Industriestaaten geworden – und damit auch für die Schweiz.Das vorliegende Buch beschäftigt sich mit der Ausprägung der organisierten Kriminalität in der Schweiz sowie mit der Involvierung des Finanzplatzes Schweiz in kriminelle Machenschaften. Es wird verdeutlicht, welche kriminellen Gruppierungen in oder durch die Schweiz operieren und wie diese Organisationen vorgehen, um ihre Gelder zu waschen.Für die Strafverfolgungs- und Gesetzgebungsbehörden stellt die Bekämpfung der Geldwäscherei eine Sisyphus-Arbeit dar. Das vorliegende Buch zeigt auf, welche Präventionsmassnahmen die Schweiz unternimmt und ob diese Massnahmen für ein effektives Vorgehen gegen eine der immanentesten Bedrohungen des 21. Jahrhunderts genügen. Résumé Das Buch ist ab sofort erhältlich. Sie können es sich beim vdf-Verlag (http://www.vdf.ethz.ch/vdf.asp?showArtDetail=3283) oder in jeder Buchhandlung erwerben.[mehr]


Im Gespräch

Sie sind nicht angemeldet!

Um die Artikel in voller Länge lesen zu können, müssen Sie sich bei Strategische Studien registrieren.

Falls Sie noch nicht registriert sind, finden Sie hier das Anmeldeformular.

Zum Login geht es hier.

Schweiz soll Friedensgipfel lancieren

Januar 30, 2010 Von:Christoph Reichmuth

Afghanistan-Experte Stahel drängt die Schweiz, einen eigenen Gipfel zu Afghanistan zu organisieren. Doch der Bund mache ihm einen Strich durch die Rechnung, klagt er Beitrag in der NLZ vom 30. Januar 2010. PDF[mehr]


Vom Rüstungswettlauf zum Abrüstungswettlauf - oder ein Fallstrick für Russland

Dezember 28, 2009 Von:Михаил Арутюнович Кардашев

Originaltitel: От гонки вооружений к гонке разоружений, или Петля для РоссииAutor: Михаил Арутюнович КардашевQuelle: http://nvo.ng.ru/concepts/2009-11-27/1_gonka.htmlÜbersetzung: Egbert LemckeDer Autor Michail Arutjunowitsch Kardaschew arbeitete über 20 Jahre im Zentralen wissenschaftlichen Forschungsinstitut für Maschinenbau (http://www.tsniimash.ru/). Dieses im Moskauer Gebiet in Koroljow ansässige Institut steht unter Führung der Föderalen Kosmosagentur und befasst sich u.a. mit...[mehr]


Afghanistan: Zentrum des internationalen Netzwerkes der Organisierten Kriminalität?

November 09, 2009 Von:Prof. Dr. Albert A. Stahel

Seit Jahrzehnten übertrifft die Produktion von Schlafmohn und Rohopium in Afghanistan diejenige in den Staaten des früher berüchtigten Goldenen Dreiecks Südostasiens. 2009 wurden in Afghanistan 123'000 Hektaren fruchtbaren Landes für Schlafmohn bewirtschaftet. 2008 waren es noch 157'000 Hektaren. Der Rückgang der Bewirtschaftung beträgt demzufolge 22%.(1) 2009 betrug der Ertrag an Schlafmohn 6'900 Tonnen. 2008 waren es noch 7'700 Tonnen.(2) Das Zentrum der Produktion von Schlafmohn ist die...[mehr]


«Ernüchternde Bilanz»

November 04, 2009 Von:Prof. Dr. Albert A. Stahel

Dem Mauerfall und dem Ende des Ost-West-Konflikts folgt die Ära der Auslandseinsätze. Die westlichen Staaten intervenieren mit Truppen in Krisen- und Kriegsgebieten in aller Welt – selten erfolgreich Aus dem Magazin Loyal für Sicherheitspolitik (Frankfurt am Main) vom November 2009. PDF[mehr]


The 7th IISS Global Strategic Review: The New Geopolitics. Jahrestagung des International Institute for Strategic Studies vom 11. bis 13. September 2009 in Genf

September 24, 2009 Von:Prof. Dr. Albert A. Stahel

Die diesjährige Jahrestagung des IISS, an der über 200 Vertreter der weltweiten Gemeinschaft der strategischen Denker teilgenommen hatten, wurde am Abend des ersten Tages mit einem Referat des früheren Sicherheitsberaters und Altmeister der Strategie, Zbigniew Brzezinski, eröffnet. Brzezinski wirkt heute am Center for Strategic and International Studies (CIS) in Washington DC. Er gehört dem Stab der strategischen Berater von US-Präsident Obama an. In seinem Referat analysierte er die...[mehr]


Afghanistan quo vadis

September 18, 2009

Im Zusammenhang mit dem Artikel "Schweiz verpasst eine Chance" vom Sonntag den 13. September 2009 in der "Zentralschweiz am Sonntag" möchten wir daran erinnern, dass Herr Prof. Dr. Albert A. Stahel im November 2003 an der Universität Zürich ein "Afghanistan-Seminar" durchführte, an dem verschiedene Afghanen teilnahmen, die teilweise auch in Opposition zur Regierung Karzai standen. Das Ziel des Seminars war die Diskussion verschiedener Zukunftsperspektiven...[mehr]


«Schweiz verpasst eine Chance»

September 13, 2009 Von:Christoph Reichmuth Zarninah Hakimi pflegt beste Kontakte zu den Mächtigen in Afghanistan. Unser Bild zeigt ihn bei einem Treffen mit Staatspräsident Hamid Karsai.

Eine Gruppe um Albert Stahel fordert: Die Schweiz soll eine Friendenskonferenz zu Afghanistan organisieren. Aussenpolitiker finden die Idee gut. Dennoch winkt der Bund ab. Aus der "Zentralschweiz am Sonntag" vom 13. September 09. Der Leiter des Instituts für Strategische Studien an der Universität Zürich, Albert A. Stahel, drängt den Bund, so rasch wie möglich eine Friedenskonferenz zu Afghanistan auf die Beine zu stellen. «Dem Land droht ein Bürgerkrieg », warnt der...[mehr]


«Afghanistan droht ein Bürgerkrieg»

August 20, 2009 Von:Christoph Reichmuth

Anschläge der Taliban überschatten die Wahlen in Afghanistan. Das trägt dazu bei, dass sie nicht demokratisch fair verlaufen, sagt Experte Albert A. Stahel. Interview mit Prof. Dr. Albert A. Stahel in NLZ vom 20. August 2009. PDF[mehr]


Die neue Armee Afghanistans: eine Hilfstruppe der US-Streitkräfte!

Juli 19, 2009 Von:Prof. Dr. Albert A. Stahel

Seit dem Sturz der Taliban-Herrschaft bezeichnen die USA die Bildung einer neuen afghanischen Armee als eines ihrer wichtigsten Ziele für den Wiederaufbau Afghanistans. Diese Armee, die Afghan National Army (ANA), soll  gemäss dem Bericht des Pentagons vom Juni 2009 an den Kongress durch eine beschleunigte Rekrutierung und Ausbildung bis im Dezember 2011 einen Bestand von 134'000 Offizieren und Soldaten, eingeteilt in 20 Brigaden, aufweisen. Auch der Bestand der afghanischen Polizei, die...[mehr]


Strategie und Kriegführung der Taliban in Afghanistan

Juli 15, 2009 Von:Prof. Dr. Albert A. Stahel

Am 7. Dezember 2001 erklärte die Bush-Administration die Taliban-Herrschaft über Afghanistan für beendet. Diese Erklärung wies drei erhebliche Schwachpunkte auf und erfolgte zu früh. Die Taliban-Führung verschwand in die Unzugänglichkeit der riesigen Gebiete Afghanistans, sie unterzeichnete keine Kapitulation mit den Amerikanern und gab den bewaffneten Widerstand nicht auf. Seither ist der afghanische Widerstand der Taliban ungebrochen und hat sogar in den letzten zwei Jahren an Intensität...[mehr]


«Russland hat Nase vorn»

Juni 20, 2009 Von:Christian Nünlist

Für Albert Stahel verliert Dänemark Schritt für Schritt den Zugang zur Arktis. Die besten Karten im Machtkampf hat zurzeit Russland. Interview in der Aargauer Zeitung vom 19. Juni 2009. PDF[mehr]


Dresdener Studiengemeinschaft Sicherheitspolitik: "Grundlagen der staatlichen Politik der Russischen Föderation in der Arktis für den Zeitraum bis zum Jahre 2020 und die weitere Perspektive"

Juni 01, 2009 Von:Egbert Lemcke (Übersetzung)

Hier der Link zur Übersetzung: LINKOriginal Unterlagen: LINK[mehr]


Proteste gegen Saakaschwili

Mai 28, 2009 Von:Peter Gysling

Bildreportage:Seit den Kriegstagen im vergangenen August steht Georgiens Präsident Michail Saakaschwili unter verstärktem innenpolitischem Druck. Immer mehr seiner einstigen Weggefährten wenden sich vom Präsidenten ab. Seine politischen Gegner werfen ihm Willkür, Korruption, vor allem aber auch den Verlust der georgischen Terrains von Südossetien und Abchasien vor. ...weiter[mehr]


Kim Jong-ils Nordkorea: "Das ist eine richtige Gaunergeschichte"

Mai 27, 2009 Von:Claudio Habicht

Strategieexperte Albert Stahel erklärt, warum Diktator Kim Jong-il auf Konfrontationskurs mit den USA geht: Er und sein Regime kämpfen ums Überleben. Interview mit Prof. Dr. Albert A. Stahel mit dem Tages Anzeiger vom 27. Mai 2009. Link[mehr]


Kim ist kein Irrer mit Bombe

Mai 26, 2009 Von:Karl Fischer

Nordkorea pokert hoch und wird am Schluss gewinnen, glaubt der Experte. Das Land setzt die atomare Erpressung gezielt ein, um die USA gefügig zu machen. Interview mit Prof. Dr. Albert A. Stahel mit der Neuen Luzerner Zeitung vom 26. Mai 2009. PDF[mehr]


Anmelden

Benutzeranmeldung

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Kennwort ein, um sich an der Web-Site anzumelden:
Anmelden

Kennwort vergessen?

Links

Hinweis

Seit drei Jahren ist Prof. Dr. Albert A. Stahel als Dozent im Nachdiplomstudium Konfliktanalyse an der Universität Basel beteiligt. Gerne möchten wir Sie auf den nächsten interessanten Lehrgang 2010 aufmerksam machen.
Unter diesem Link können Sie sich darüber informieren.


Strategos: Kommentare der Woche

Krieg in Afghanistan: Amerikanische Gesellschaft versus paschtunische Stammeskultur

Januar 25, 2010 Von:Prof. Dr. Albert A. Stahel

Der amerikanisch geführte Krieg in Afghanistan dauert nun beinahe solange wie jener der UdSSR in den achtziger Jahren. Auch die amerikanische Kriegführung weist immer mehr Ähnlichkeiten mit jener der Sowjets auf. Insbesondere gleichen sich die Rückschläge beider Besatzungsmächte. Während der US-Oberbefehlshaber General Stanley A. McChrystal in der Provinz Helmand zur Talibanjagd ansetzt, demonstrieren die Taliban in der Stadt Kabul durch die Ausführung eines massiven Anschlags ihre Macht. Wie zu Zeiten der sowjetischen Besatzung gilt auch jetzt das Spiel von Katz und Maus des Widerstandes. Das bisherige Scheitern der Amerikaner in Afghanistan dürfte vor allem die Folge ihres Nichtbegreifens und der Ablehnung der paschtunischen Stammeskultur sein. Es wäre für die Amerikaner jedoch wichtig, dass sie sich auf diese Kultur einlassen, weil die Paschtunen das Rückgrat der Taliban sind! Die Kriegführung der Taliban und Paschtunen beruht auf ihrer Stammeskultur und damit auf ihrer Traditionen. Zwischen den Werten der Gesellschaft der Amerikaner und jener der Paschtunen besteht ein riesiger Gegensatz. Folgende Gegensätze sind auch für diesen Krieg relevant: Die Paschtunen sind freiheitsliebend und kämpfen mit dem Ziel, diese Freiheit zu bewahren. Sie werden so lange kämpfen, bis diese Freiheit nicht  mehr bedroht wird. Die Amerikaner können diesen immensen Opferwillen – man erinnere sich an Vietnam - nicht begreifen. Trotz stereotyper Betonung der Freiheit, sind die Paschtunen in eine Gesellschaft eingebunden, die eine grenzenlose Freiheit des Individuums ablehnt und diese auch durch Repressionen unterdrückt.Die Amerikaner sind in eine Hierarchie eingebunden. Paschtunen lehnen jede Hierarchie ab.Amerikaner leben zielgerichtet, sie wollen sich laufend verbessern und bereichern. Ein Paschtune lebt für sich und für seine Familie.Amerikaner sind Gefangene der Zeit. Paschtunen leben über der Zeit, denn Eile drängt sich nicht auf.Amerikaner lehnen seit den Pilgervätern die Werte anderer Gesellschaften, die nicht den ihrigen entsprechen, ab.Amerikaner leben vor allem in Städten. Paschtunen sind Bauern. Offenbar soll gemäss dem von Präsident Barack Obama angekündigten Rückzug der Krieg vor 2011 durch die Aufstockung der afghanischen Armee afghanisiert werden! Vor ihrem Rückzug werden die Amerikaner aber einen Pseudosieg erringen wollen. Dazu gehört die Unterwerfung ihres eigentlichen Gegners, der Paschtunen. Um dies zu erreichen müssen sie die Stammeskultur der Paschtunen vernichten. Aus ihrer Sicht ist diese sowieso überholt und mit der amerikanischen Zivilisation nicht vereinbar. Deshalb sind die Paschtunen durch das Aufzwingen der amerikanischen Werte zu zivilisieren. Diese Absicht entspricht auch der Unterwerfung der Sioux durch die U.S. Army 1877(1).  Mit der gleichen Strategie und Taktik der Guerillabekämpfung (counterinsurgenscy), die sie gegen die Sioux eingesetzt haben, wollen sie die Paschtunen und Taliban unterwerfen. Taliban und Paschtunen haben aber die Zeit auf ihrer Seite. Sie nützen diese Zeit und die Grösse des Raums Afghanistans aus. Geschickt weichen sie der Kriegführung von McChrystal aus, so durch die Ausnützung der Schwerfälligkeit der Amerikaner. Offenbar streben die Taliban ein strategisches Little Bighorn über die Amerikaner an(2).  General McChrystal könnte zu einem zweiten General George Amstrong Custer werden. Custer ritt mit seinem Kavallerie-Regiment trotz erhaltenen Warnungen in die Falle, die ihm der Sioux-Häuptling Crazy Horse beim Little Bighorn gestellt hatte. Er und mit ihm alle seine 225 Offiziere und Soldaten wurden am 25. Juni 1876 durch eine überwältigende Streitmacht von 2'500 Sioux- und Cheyenne-Krieger getötet(3). Die gesamte Population der Paschtunen in Afghanistan und in Pakistan dürfte mindestens 25 Millionen Menschen umfassen. Sie sind nur schon zahlenmässig mit den rund 15’000 Sioux von Sitting Bull und Crazy Horse, welche die Amerikaner 1877 durch Hunger besiegt haben, nicht zu vergleichen. Dazu kommt noch, dass die Paschtunen Indoeuropärer sind, die seit über 2’500 Jahren gegen jeden Eroberer ihres Landes gekämpft und ihn auch vertrieben haben. Sie sind seit Jahrtausenden kampferprobt. Die Amerikaner werden sie nicht durch den Einsatz massiver Gewalt, wie sie es bei anderen kleinen Nationen in ihrer Geschichte immer getan haben, bezwingen können. (1) Ambrose, Stephen, E., Crazy Horse and Custer, the Epic Clash of two great warriors at the little Bighorn. Pocket Books, Simon & Schuster, London, 2003. S. 387-474.(2) Ambrose, Stephen E., S. 435-447.(3) Ambrose, Stephen E., S. 444. (c) www.strategische-studien.com[mehr]


Kill, kill, kill the Paschtuns and the Indians

Januar 04, 2010 Von:Prof. Dr. Albert A. Stahel

In seiner Rede an der Militärakademie in Westpoint am 1. Dezember 2009 hat Präsident Barack Obama seine neue Strategie für Afghanistan verkündet. Durch die Verlegung von zusätzlichen 30’000 Soldaten soll insbesondere der Schutz der afghanischen Zivilbevölkerung vor den Taliban erreicht werden. Dabei sollen die Taliban, die sich aus der Ethnie der Paschtunen rekrutieren, aus dem Süden und dem Osten Afghanistans vertrieben werden. Bisher setzte das amerikanische Oberkommando dazu vor allem Spezialeinheiten, unterstützt durch die Bomben von Kampfflugzeugen, ein. Gemäss Obama und seinem Oberkommandierenden in Afghanistan, General Stanley A. McChrystal, soll der Einsatz von Kampfflugzeugen nur nach genauen Abklärungen möglicher Kollateralschäden erfolgen. Das Töten von Zivilisten soll bei Einsätzen der US-Streitkräfte vermieden werden. Der Vorgesetzte von McChrystal, General David H. Petraeus, Oberkommandierender von CENTCOM, hat aber bereits am 9. Dezember 2009 in Washington DC die Durchsetzung der Obama-Strategie wie folgt präzisiert:(1)„We actually will be increasing our counterterrorist component of the overall strategy. There’s no question you’ve got to kill or capture those bad guys that are not reconcilable. And we are intending to do that, and we will have additional national mission force elements to do that when the spring rolls around.“Gemäss dem Journalisten Richard A. Oppel, Jr. ist die Umsetzung der „Weisungen“ von General Petraeus offenbar bereits jetzt sehr erfolgreich antizipiert worden:„About six weeks ago, allied and Afghan Special Operations forces killed about 150 Taliban fighters in several villages near Kunduz, in northern Afghanistan, a senior NATO military official said.“Kunduz gehört zum Siedlungsgebiet der Ghilzai-Paschtunen. Unter den Getöteten dürfte es auch Bewohner der Region gegeben haben, denn es ist unwahrscheinlich, dass eine so grosse Streitmacht, wie offenbar jene der mehr als 150 Taliban, bis jetzt bei Kunduz existiert hat.Das Töten der Amerikaner richtet sich aber nicht nur gegen die Paschtunen im afghanischen Grenzgebiet, sondern auch, so Oppel, gegen die Paschtunen im pakistanischen Stammesgebiet:„But an official with Pakistan’s main spy agency, the Inter-Services Intelligence directorate, or I.S.I., said there had also been more than 60 joint operations involving the I.S.I. and the C.I.A. in the Federally Administered Tribal Areas and Baluchistan in the past year (2009).The official said the missions included ‚snatch and grabs‘ – the abduction of important militants – as well as efforts to kill leaders.“Diese Kill-Konzeption der Amerikaner ist nicht neu. Sie wurde von den US-Streitkräften schon während den Indianerkriegen des 19. Jahrhunderts sehr oft befolgt. Als sich der berühmte Lakota-Häuptling Crazy Horse nach seinem Sieg am Little Big Horn (25.6.1876) über den Indianer-Töter George Amstrong Custer den US-Streitkräften unbewaffnet ergab, riefen die anwesenden Offiziere ihren Soldaten zu:(2)„’Stab the son-of-a-bitch! Stab the son-of-a-bitch!’ ‚Kill him! Kill him!’“Der stolze Häuptling wurde als Rache für die Niederlage der 7th Cavalry von Custer durch die anwesenden Soldaten – der Abschaum der damaligen Menschheit – wie ein Tier in die Niere bayonettiert. Die Niederlage der U.S. Army, die es nicht geben durfte – auch heute darf es amerikanische Niederlagen nicht geben – musste durch das Töten des Häuptlings ausgelöscht werden. Damit die Rache perfekt wurde, massakrierte die 7th Cavalry 14 Jahre später, 1890, bei Wounded Knee wehrlose Lakotas, 84 Männer und Knaben, 44 Frauen und Kleinkinder.Dieses Kill-Verhaltensmusters ist nicht neu, sondern hat Tradition und ist tief in der Ideologie der USA verankert. Sie ist durch die Pilgerväter mit ihrer zügellosen Ausrottung der Ureinwohner Nordamerikas begründet worden. Eine Gesellschafts- und Lebensform wie jene der Paschtunen oder der Indianer, die der amerikanischen Sicht einer funktionierenden Gesellschaft widerspricht, darf es nicht geben. Sie ist zu beseitigen. Obama hat dieses Denken in seinen beiden Reden – in Westpoint und in Oslo bei der Übergabe des Friedensnobelpreises – mit der Fixierung der US-Kriegführung auf den gerechten Krieg sanktioniert. Mit dem Rückgriff auf diesen Begriff aus der Frühzeit des Christentums will Obama vermutlich lediglich die Machtpolitik des Imperiums kaschieren.(1) Oppel, Richard A., Jr., International Herald Tribune (New York Times), Monday, December 28, 2005, S. 5.(2) Ambrose, Stephen E., Crazy Horse and Custer, Pocket Books, Simon & Schuster, London, 2003, S. 472. (c) www.strategische-studien.com[mehr]